14.12.09 09:49 Alter: 268 days

Neue Greenpeace-Studie zum Stromnetz des 21. Jahrhunderts - "Stromlücke" ein Märchen der Energiekonzerne

Intelligente Stromnetze, die Verbrauch und Erzeugung aufeinander abstimmen, seien der Schlüssel zu einer sicheren Stromversorgung durch Erneuerbare Energien, zeige die Studie "Erneuerbare Energieversorgung 24/7", die das Ingenieurbüro "Energynautics" für Greenpeace erstellt hat. Kleine dezentrale Energieerzeuger wie Solaranlagen auf Häusern ließen sich so sicher und effizient mit Großprojekten wie Offshore Windanlagen und Wüstenstrom aus Afrika vereinbaren. Für den Klimaschutz müsse der Anteil der Erneuerbaren Energien in der Europäischen Union auf bis zu 90 Prozent im Jahr 2050 steigen. Dafür müssten neue Energiequellen integriert werden und die meisten konventionellen Großkraftwerke vom Netz gehen.

Die nötige Technik sei heute schon verfügbar und die Lüge von der "Stromlücke" ein Märchen der Energiekonzerne. Für die intelligenten Netze müsse das EU-weite Stromnetz nur um rund vier Prozent ausgebaut werden. Damit sei man künftig von Kohle-, Gas- und Uran-Importen unabhängig. Schon heute stünden dafür zahlreiche Maßnahmen wie die Laststeuerung, verbesserte Wettervorhersagen und Energiespeichermethoden zur Verfügung. Laut der Greenpeace-Studie können intelligente Netze auch selten auftretende Extremwettersituationen mit sehr hoher Wind- oder Sonnenintensität bei geringem Verbrauch (Sommer) oder wenig Sonne und Wind bei hohem Verbrauch (Winter) meistern.

Die Modernisierung der Netze verlangt Investitionen bis 2050 von insgesamt rund 209 Milliarden Euro, das sind jährlich rund 5 Milliarden Euro. Umgelegt auf den Strompreis bedeutet dies Mehrkosten von 0,15 Cent pro Kilowattstunde, also weniger als 1 Prozent.

"Die deutsche Regierung muss für den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien dringend den Netzumbau beschleunigen", sagt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace Deutschland. "Zudem müssen die Übertragungsnetze in eine unabhängige Netz AG mit staatlicher Beteiligung überführt werden, um die Blockaden der Energiekonzerne aufzulösen."

Quelle: Greenpeace Energy, 02.12.2009


  

Keine News in dieser Ansicht.