Kunden unzufrieden: EU will Strommarkt intensiv untersuchen
Im zweiten EU Jahresbericht „Verbraucherbarometer“, der am 02.02.09 veröffentlicht wurde, wurden über 20 Waren- und Dienstleistungssektoren (darunter Lebensmittel, Bekleidung, Schuhe, Finanzdienstleistungen, Energie und Telekommunikation) unter die Lupe genommen und anhand von fünf verbraucherrelevanten Schlüsselindikatoren – Preise, Wechselmöglichkeiten, Verbraucherzufriedenheit, Beschwerden und Sicherheit – untersucht. Energie, Verkehr und Bankwesen stellen die Verbraucher vor die größten Probleme. Unter den drei Sektoren, die den Verbrauchern offensichtlich die meisten Probleme bereiten, ist der Energieposten mit den höchsten Kosten behaftet (5,7 % des Haushaltsbudgets); dabei verschlingt wiederum der Strom den größten Anteil (2,1 %). Aufgrund der relativ niedrigen Verbraucherzufriedenheit will sich die Kommission im Jahr 2009 eingehender mit dem Strommarkt befassen.
Weniger als zwei Drittel der Verbraucher sind mit ihrem Energieversorger zufrieden. Insbesondere die Strom- und Gasversorgungsdienste schneiden bei den gemeldeten Preiserhöhungen schlecht ab. Über 60 % der Verbraucher berichteten über Preissteigerungen ihres Energieversorgers, dahingegen nur 3 4 % über Preissenkungen. Auch in Bezug auf die Vergleichbarkeit des Angebots und die Wechselmöglichkeiten wurde Unzufriedenheit mit den Strom- und Gasversorgern geäußert. Im Energiesektor findet äußerst selten ein Wechsel zu anderen Anbietern statt: nur 7 % der Verbraucher wechselten ihren Gas- und 8 % ihren Stromlieferanten.
Der Stromeinzelhandel soll in einer Follow up-Marktstudie 2009 einer genaueren Untersuchung unterzogen werden, um die Verbrauchersituation unter verschiedenen Aspekten, z. B. Vergleichbarkeit des Angebots, unlautere Geschäftspraktiken und Rechnungsstellung, zu erhellen.
Quelle: EU-Kommission 02.02.09


