Ost-West-Gefälle bei Kaufkraft und Netzgebühren
Das Verbraucherportal Verivox hat das auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung bestehende Ost-West-Gefälle bei Kaufkraft und Netzgebühren unter die Lupe genommen. Während die neuen Bundesländer durchschnittlich eine niedrigere Kaufkraft haben, zahlen sie durchschnittlich höhere Energiepreise. Ein Musterhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh bezahlt in den alten Bundesländern für das günstigste Angebot des örtlichen Grundversorgers durchschnittlich 888 Euro pro Jahr, in den neuen Bundesländern wären es 977 Euro. Ähnlich beim Gas: Ein Musterhaushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 kWh bezahlt in den alten Bundesländern für das günstigste Angebot des örtlichen Grundversorgers durchschnittlich 1.183 Euro pro Jahr, in den neuen Bundesländern wären es 1.272 Euro. Verivox kommt zu dem Ergebnis, dass für das Ost-West-Gefälle der Energiepreise nicht etwa der liberalisierte Teil des Energiemarktes verantwortlich ist. Vielmehr verschwinden die starken Unterschiede zwischen den neuen und den alten Bundesländern zum größten Teil, wenn man die gesamten Strom- und Gaskosten um Netzgebühren und staatliche Abgaben bereinigt.


