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Kurz vor Weihnachten erhielt der dritte Smart-Meter-Gateway-Hersteller das lang ersehnte BSI-Zertifikat. Der Smart-Meter-Roll-out kann demnächst beginnen. Branchenkenner gehen davon aus, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Anfang Januar eine sogenannte Markterklärung abgibt und damit den Startschuss setzt. Diese Erklärung informiert u. a. darüber, wer nun genau ein smartes System einführen muss. Entweder wartet man dann auf die Info des zuständigen Netzbetreibers oder man sucht sich einen anderen, oft preiswerteren Messstellenbetreiber (wie ENOMETRIK, unsere auf das Messwesen spezialisierte 100prozentige Tochterfirma).

Technisch gesehen, besteht ein intelligentes Messsystem aus einem digitalen Stromzähler mit einer Kommunikationsschnittstelle und dem sogenannten Smart-Meter-Gateway. Die Pflicht zur Einführung, beschlossen Ende 2015, soll dabei helfen, die Klimaziele zu erreichen. Die intelligenten Messsysteme werden für die Digitalisierung der Stromnetze gebraucht, um Angebot und Nachfrage in Zeiten fluktuierender Einspeisung auszutarieren, und sollen Verbrauchern mehr Transparenz über ihren Energieverbrauch geben. So könnte bei variablen Stromtarifen z. B. im Privatbereich in Zukunft die Haushaltsmaschine laufen, wenn Strom gerade besonders günstig ist, etwa in den Nachtstunden oder wenn es gerade keine Verbrauchsspitze gibt. Ähnliches gilt in Unternehmen für ihren Maschineneinsatz.

Primär geht es um das SLP-Segment – das sind Messstellen mit weniger als 100.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr. Die Planung sah vor, dass Kunden mit einem Verbrauch über 10.000 kWh pro Jahr schon ab 2017 umgerüstet werden sollten, Kunden mit einem Verbrauch von unter 10.000 kWh ab 2020. Außerdem gilt für Haushalte mit einem Verbrauch von unter 6.000 kWh, dass ein intelligentes Messsystem optional ist, jedoch muss ein digitaler Zähler verbaut sein. Bis zum Jahr 2032 soll jede Messstelle digital oder intelligent sein. Die Einbau-Pflicht gilt außerdem für Stromerzeugungsanlagen über 7 kW installierter Leistung sowie für steuerbare Verbraucher wie Nachtspeicherheizungen, Wärmepumpen oder E-Ladepunkte. Das RLM-Segment mit einem Stromverbrauch > 100.000 kWh pro Jahr an der Messstelle verfügt bereits über digitale Zähler mit Kommunikationsmodulen und wird erst im zweiten Step mit Smart-Meter-Gateway ausgestattet.

Verbraucherschützer und Branchenverbände fordern, dass Netz- und Messstellenbetreiber dann tatsächlich variable Tarife anbieten und eingesparte Kosten komplett an die Kunden weitergeben. Außerdem müssten die neuen Geräte unter Beweis stellen, dass sie alles können, was sie sollen, kompatibel sind und in der Praxis auch funktionieren.

Für Unternehmen nennt das Bundeswirtschaftsministerium als Vorteile, dass Smart Meter die Grundlage für ein modernes Energiemanagement schaffen, Messwerte aus verschiedenen Standorten und Verbrauchssparten gebündelt sichtbar machen können, z. B. über Apps, dass sie dabei helfen, Möglichkeiten zum Energiesparen leichter zu identifizieren, eine bequeme Fernablesung der Messwerte erlauben und in Zukunft ermöglichen sollen, selbst erzeugten Strom zum besten Zeitpunkt zu verkaufen.