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Die diversen Sturmtiefs der vergangenen Wochen – Sabine, Victoria, Yulia und wie sie alle heißen mögen – sowie überhaupt viel „normaler“ Wind haben vermehrt zu negativen Strompreisen an der Börse geführt, insbesondere, wenn parallel eine geringe Stromnachfrage zu verzeichnen war. Am 16. Februar etwa waren allein 23 negative Stundenpreise aufgetreten – ein noch nie dagewesener Rekord. Das vorhergehende Wochenende hatte bereits 18 solche Stundenpreise hervorgebracht.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) bezeichnete das Orkantief Sabine als „Härtetest“: Windenergieanlagen hätten eine hohe Zuverlässigkeit bewiesen und einen neuen Einspeiserekord erzielt. Laut dem Netzbetreiber Tennet wurden zeitweise bundesweit 43,7 GW ins Netz eingespeist, damit hätte Windenergie fast 75 Prozent des deutschen Strombedarfs abgedeckt. So habe Windenergie im Februar 2020 bisher einen Anteil von 43 Prozent der Nettostromerzeugung in Deutschland beigetragen (so Daten des Fraunhofer ISE) – entsprechend der gemeinsamen Nettostromerzeugung aller deutschen Braunkohle-, Steinkohle-, Gas- und Atomkraftwerke im selben Zeitraum. Am Wochenende 22./23. Februar lieferte die Wind-Stromproduktion in Deutschland einen neuen Spitzenwert. Nach Zahlen von E.ON katapultierte das Sturmtief „Yulia“ mit über 46 GW so viel Windstrom ins deutsche Stromnetz wie noch nie.

Der BWE wies aber auch darauf hin, dass es wichtig sei, dass auch die Systemintegration problemlos funktioniert. Das Netz könne mit deutlich mehr erneuerbaren Energien umgehen. Man brauche jedoch einen schnellen Einstieg in Speicherlösungen und Direktbelieferungsoptionen für flexible Industrie- und Gewerbekunden. Erhebliche Teile des fossilen Kraftwerksparks reagierten auf das hohe Angebot an erneuerbaren Energien nicht flexibel genug. Ein auf erneuerbaren Energien basierendes System könne sich einen derart hohen preisunelastischen Erzeugungssockel nicht mehr leisten, monierte der BWE.