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Agora Energiewende prognostiziert auf Basis der Strommarkt-Entwicklungen im laufenden Jahr für das nächste Jahr einen leichten Anstieg der EEG-Umlage. Die Abgabe für die Ökostrom-Förderung wird voraussichtlich zwischen 6,5 und 6,7 Cent pro Kilowattstunde liegen, zur Zeit liegt sie bei 6,41 ct/kWh. Da auch die Börsenstrompreise steigen, müssen Haushalte insgesamt mit höheren Strompreisen um etwa 1 ct/kWh rechnen. Hierfür liegt der Grund in steigenden Preisen für Emissionszertifikate, die Energieunternehmen europaweit für jede ausgestoßene Tonne CO2 einkaufen müssen und durch die Strom aus Kohle und Gas an der Strombörse teurer wird. Aktuelle Termingeschäfte an der Strombörse zeigen daher für 2020 eine Steigerung der Großhandelspreise um rund 0,4 Cent pro Kilowattstunde an.

Der leichte Anstieg der EEG-Umlage ist laut Agora Energiewende auf zwei Gründe zurückzuführen. Erstens kommen die Vergütungen von neuen Windkraftanlagen auf See zum Tragen: Bis 2020 soll ihre Leistung von 6,4 auf 7,8 Gigawatt wachsen. Dieser Zubau wird derzeit noch deutlich höher gefördert als andere Erneuerbare-Energien-Anlagen. Zweitens gehen die Überschüsse auf dem EEG-Konto zurück (siehe unseren folgenden Artikel).

Aufgrund des steigenden Börsenstrompreises werden Erneuerbare-Energien-Anlagen 2020 höhere Erlöse am Strommarkt erzielen. Dementsprechend sinken die Förderkosten für die Anlagen. Schon im ersten Halbjahr 2019 war sehr gut zu beobachten, wie ein steigender CO2-Preis dazu führt, dass klimaschädliche Kohlekraftwerke aus dem Markt gedrängt werden. Ab einem CO2-Preis von 50 Euro werde sich die Energiewende weitgehend selbst tragen, glaubt Agora Energiewende.

Perspektive:
Berechnungen von Agora Energiewende weisen darauf hin, dass die EEG-Umlage 2021 bei rund 7 ct/kWh den Kostengipfel erreicht haben wird. Anschließend fallen nach und nach die kostenintensiven Anlagen der ersten Generation aus der EEG-Förderung und die Umlage sinkt allmählich.