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EEG-Umlage steigt

Wie jedes Jahr haben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Mitte Oktober die Höhe der EEG-Umlage fürs Folgejahr bekannt gegeben. Für das Geschäftsjahr 2020 beträgt die EEG Umlage 6,756 Cent pro kWh und verzeichnet somit einen Anstieg von gut 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (rund 6,41 ct/kWh).

Umlage für abschaltbare Lasten auch höher

Letztes Jahr noch kräftig gesunken, steigt die Umlage für abschaltbare Lasten von 0,005 auf 0,007 Cent/kWh recht deutlich. Abschaltbare Lasten sind Verbrauchseinrichtungen, die mit großer Leistung nahezu rund um die Uhr Strom abnehmen und die ihre Verbrauchsleistung aufgrund einer Vereinbarung mit den Übertragungsnetzbetreibern auf deren Anforderung reduzieren können. Die Umlage dient für die Kosten, die den Netzbetreibern beim Lastmanagement von industriellen Betrieben entstehen.

Ebenso die Paragraf-19-Umlage

Auch die Paragraf-19-Umlage war 2019 gesunken, steigt aber für 2020 von 0,305 auf 0,358 Cent/kWh (plus 17,4 Prozent). Paragraf 19 der StromNEV beinhaltet Bedingungen einer atypischen Netznutzung, nach denen sich große Stromverbraucher teilweise von den Netzentgelten befreien lassen können. Außerdem sieht der Absatz 2 reduzierte individuelle Netznutzungsentgelte für große Abnahmemengen vor. Die Umlage dient dem Ausgleich entgangener Netzerlöse der Netzbetreiber.

KWKG-Umlage sinkt

Die KWKG-Umlage liegt für 2020 bei 0,226 Cent/kWh (derzeit bei 0,28 Cent/kWh). Dass diese Umlage, die die Stromverbraucher in Deutschland mit ihrer Stromrechnung für die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung über das KWK-Gesetz (KWKG) bezahlen, sinkt, darüber freuen sich die einen, die anderen bedauern das. So mahnt der BDEW, dass diese Reduktion mit einem massiven Einbruch des Zubaus an KWK-Kapazitäten in den vergangenen beiden Jahren erkauft sei. Für die gesicherte Leistung, die durch die vereinbarte Stilllegung von Kern- und Kohlekraftwerken fehlen würde, müssten aber neue hocheffiziente KWK-Kraftwerke in den nächsten Jahren geplant und gebaut werden.

Gesamtbelastung klettert kräftig

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) rechnet vor, dass sich i
nsgesamt somit für 2020 ein Gesamtumfang der Umlagen von 7,763 Cent je Kilowattstunde (plus 0,352 Cent oder 4,5 Prozent) ergebe. Das bedeute nach drei Jahren in Folge mit sinkender Umlagenlast (2019: 7,411; 2018: 7,555; 2017: 7,684 Cent je Kilowattstunde) für 2020 erneut eine signifikante Steigerung.

Insbesondere die 2020 anziehenden Netzentgelte würden sich erneut als Treiber bei der Preisfestsetzung erweisen. Zwar bleibe die Offshore-Netzumlage als Netzkomponente bei den Umlagen 2020 stabil, die ASEW rechnet aber damit, dass die Energieversorger diese höhere Belastung über kurz oder lang weitergeben. Damit sei der Spielraum für sinkende oder zumindest stabil bleibende Strompreise im kommenden Jahr deutlich geringer geworden. Das sieht auch der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) so. Preistreiber seien Steuern und Abgaben, Netzentgelte und steigende Großhandelspreise. Über 180 Grundversorger haben schon angegeben, dass sie den Strompreis erhöhen werden.