Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) die seit dem 23. Juni 2022 geltende Alarmstufe des Notfallplans Gas in Deutschland aufgehoben. Seit dem 1. Juli 2025 gilt wieder die Frühwarnstufe. Das Krisenteam Gas sei auch in der Frühwarnstufe weiterhin aktiv, um auf mögliche Liefereinschränkungen oder -ausfälle der Gasversorgung vorbereitet zu sein. Wie die Behörde weiter bekannt gab, sieht sie die Gasversorgung in Deutschland als stabil. Die Versorgungssicherheit sei gewährleistet. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein. Ein sparsamer Gasverbrauch bleibe dennoch wichtig.
Nach Zahlen des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. sind im ersten Quartal 2025 rund 98 TWh Erdgas aus Russland in die EU geflossen, das entspricht 13 Prozent aller Erdgasimporte in die EU. Damit sei der Anteil russischen Erdgases überschaubar und könnte rein quantitativ durch andere Lieferquellen kompensiert werden. Dennoch könnte die lokale Betroffenheit in Süd-Osteuropa stärker ausgeprägt sein. Auch die Gaspreise am Terminmarkt haben sich stabilisiert, berichtet der BDEW. So kostet das Jahresfuture für Lieferungen im Jahr 2026 mit durchschnittlich 38 Euro/MWh derzeit zwar noch rund doppelt so viel wie vor der Gaskrise, ist aber weit entfernt von Preisspitzen am Terminmarkt in 2022 von über 300 Euro/MWh.
Die meisten Gasspeicher seien mit rund 60 Prozent sehr gut gefüllt, lediglich der Speicher in Rehden liege deutlich darunter, da die Einspeicherung in andere Speicher aktuell noch einfacher und wirtschaftlich attraktiver ist. Gasspeicher sind neben der diversifizierten Lieferung von Gas über LNG und Pipelines ein zusätzlicher Baustein zur Sicherung der Gasversorgung.