Am Standort der BASF in Ludwigshafen hat Deutschlands größter Protonenaustausch-Membran-Elektrolyseur (PEM) den Betrieb aufgenommen. Die Anlage zur Herstellung von CO2-freiem Wasserstoff hat eine Anschlussleistung von 54 Megawatt und wird stündlich bis zu einer Tonne des für den Standort bedeutenden chemischen Ausgangstoffes produzieren. Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde der Elektrolyseur am 17. März 2025 eingeweiht.
Der in Zusammenarbeit mit Siemens Energy errichtete Wasserelektrolyseur ist eingebettet in die Produktions- und Infrastruktur am Standort Ludwigshafen und damit in seiner Schnittstelle und Integration in ein chemisches Produktionsumfeld weltweit einzigartig. Insgesamt wurden 72 sogenannte Stacks – Module, in denen der eigentliche Elektrolysevorgang stattfindet – in der Anlage verbaut. Der Elektrolyseur hat das Potenzial, die Treibhausgasemissionen am Stammwerk der BASF um bis zu 72.000 Tonnen pro Jahr zu senken.
Die emissionsfreie Herstellung von Wasserstoff – mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen – stellt einen wichtigen Grundstein für den Markthochlauf chemischer Produkte mit reduziertem CO2-Fußabdruck dar. Der hergestellte Wasserstoff wird in das H2-Verbundnetz des Standorts eingespeist und von hier aus den Produktionsanlagen als Rohstoff zur Verfügung gestellt. Neben dem Einsatz als Ausgangsstoff für chemische Produkte plant BASF den Wasserstoff beispielsweise für die Mobilität in der Metropolregion-Rhein-Neckar bereitzustellen, um die Entwicklung einer regionalen Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen.
Gefördert wurde der Bau der Anlage durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Kooperation mit dem Land Rheinland-Pfalz mit bis zu 124,3 Millionen Euro – 37,3 Millionen Euro hat davon die Landesregierung finanziert. Die Investitionssumme seitens BASF beläuft sich auf rund 25 Millionen Euro. Das Projekt mit dem Titel „Hy4CHem“ wurde im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens des IPCEI Wasserstoff ausgewählt und später als Einzelprojekt gefördert.
Wasserstoff kommt unter anderem bei der Herstellung von Ammoniak und Methanol zum Einsatz oder wird für die Produktion von Vitaminen benötigt. Bisher wird Wasserstoff am Standort Ludwigshafen vorrangig mittels der erdgasbasierten Dampfreformierung produziert oder fällt als Kopplungs- und Nebenprodukt an. Mit dem Elektrolyseur geht BASF nun einen wichtigen Schritt bei der Technologieumstellung der H2-Produktion.
Katja Scharpwinkel, Mitglied des Vorstands der BASF SE und Standortleiterin des Werks Ludwigshafen: „Die Inbetriebnahme des Elektrolyseurs macht es uns möglich, unsere Kund*innen durch Produkte mit geringerem CO2-Fußabdruck bei der Erreichung ihrer Klimaziele zu unterstützen. Gleichzeitig sammeln wir an unserem größten Verbundstandort Erfahrung mit der Einbindung und dem Betrieb einer Anlage, die uns der Transformation des Stammwerks in Ludwigshafen einen weiteren Schritt näherbringt.“
Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz: „Die Inbetriebnahme des Elektrolyseurs bei BASF zur Herstellung von grünem Wasserstoff ist ein Meilenstein für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Rheinland-Pfalz, Deutschland und Europa und ein wichtiges Bekenntnis der BASF zu ihrem Technologie- und Produktionsstandort Ludwigshafen. Mit dem Projekt Hy4Chem zeigt BASF eindrucksvoll, wie die Transformation der energieintensiven chemischen Industrie gelingen kann – innovativ, nachhaltig und international wettbewerbsfähig. Als Landesregierung unterstützen wir diesen Prozess mit bis zu 37,3 Millionen Euro, weil wir überzeugt sind, dass Wasserstoff eine Schlüsselrolle für die Dekarbonisierung und die Sicherung unserer Industriearbeitsplätze spielt.“
Udo Philipp, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: „Es ist das bislang größte Projekt dieser Art in Deutschland und somit ein wichtiger Vorreiter zur Erreichung unserer Klimaziele. BASF zeigt damit, wie die Dekarbonisierung der Industrie in der Praxis aussehen kann und setzt starke Impulse zur technologischen Weiterentwicklung.“