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ENO-Preismonitor

Strommarkt / Erdgasmarkt

Strommarkt – Kompakt

Der Strommarkt zeigte sich zum Wochenstart weiterhin stark volatil. Das deutsche Frontjahr Base schloss am Montag bei 97,72 €/MWh, belastet durch die geopolitische Eskalation im Nahen Osten und steigende Brennstoffpreise. Am Dienstag gab der Cal 27 Base jedoch wieder nach und handelte am Vormittag rund 5 % niedriger bei 93 €/MWh. Erneuerbare Erzeugung wirkt am kurzfristigen Ende preisdämpfend, kann die grundsätzliche Unsicherheit jedoch nicht auflösen. Insgesamt bleibt der Markt sehr nachrichtengetrieben und sensibel für neue Konfliktmeldungen.

Gasmarkt – Kompakt

Der Gasmarkt startete ebenso volatil in die Woche. Am Vormittag kletterten die Spotmarkt-Preise zeitweise auf nahe 70 €/MWh, getrieben durch die anhaltende Eskalation im Nahen Osten, Angriffe auf Energieinfrastruktur und die weiterhin faktisch gesperrte Straße von Hormus. Öl der Sorte Brent stieg über 100 USD/Barrel und verzeichnete Rekordanstiege, bevor sich die Märkte im Tagesverlauf beruhigten. Am deutschen THE schloss das Kalenderjahr 2027 am Montagmit +8 % bei 41,15 €/MWh, während Cal‑28 mit 28,63 €/MWh vergleichsweise günstig notierte. Zusätzliche Unterstützung kommt von der LNG‑Seite: Europäische LNG‑Lieferungen dürften diese Woche um rund 30 % sinken, da vermehrt Ladungen nach Asien umgeleitet werden. Die Angebotslage bleibt damit angespannt, insbesondere bei einer länger andauernden geopolitischen Eskalation.

Vor dem Hintergrund offener Beschaffungsvorgänge für 2027 rückt die Erwartung über die Dauer des Konflikts in den Fokus, da eine anhaltende Eskalation maßgeblich die Preislage im Cal‑2027 beeinflussen dürfte. Zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit kann der Abschluss einer Vertragshülle sinnvoll sein, um flexibel auf Marktbewegungen reagieren zu können, ohne sich frühzeitig vollständig festzulegen.

(Preisstand 10.03.2026, 15:00 Uhr)

Ölmarkt

Der Krieg im Nahen Osten wirbelt die globalen Lieferketten durcheinander und hat natürlich massivste Auswirkungen auf die Rohstoffpreise. Auf allen Seiten wird die Energie­infra­struktur angegriffen. Auch eigentlich unbeteiligte Nachbarn drosseln die Förderung, dabei ist nicht nur Öl, sondern zum Beispiel auch LNG betroffen. Auch der Transport funktioniert nicht, denn an der Straße von Hormus stauen sich die Schiffe, die großen Luftfracht-Knotenpunkte in der Golfregion wie Dubai, Abu Dhabi und Doha/Katar sind lahmgelegt. Dies hat sich umgehend in den Spritpreisen niedergeschlagen –­ mithin steigen die Transportpreise rasant an. Dies betrifft unmittelbar oder mittelbar viele Unternehmen auch in Deutschland. Verbände zum Beispiel aus der Logistikbranche fordern die Bundesregierung zum Handeln auf. Insbesondere werden Maßnahmen zur Entlastung angemahnt, wie etwa zeitlich begrenzte Bremsen bei den Kraftstoffkosten. Die Äußerung des US-Präsidenten bezüglich eines absehbaren Endes des Konfliktes wirkten sich zwar aktuell mindernd aus, Experten gehen aber erst einmal von volatilen Verhältnissen aus.

Vor diesem Hintergrund notiert das Barrel der Nordseesorte Brent momentan unter 94 US-Dollar (vor ca. vier Wochen: über 69 US-$/b). Die US-Leitsorte WTI kostet momentan knapp 90 US-$/b (vor ca. vier Wochen: zwischen 64 und 65 US-$/b). (Stand: 10.03.2026).

DISCLAIMER
Dies ist eine allgemeine Marktinformation und Analyse, die wir nach bestem Wissen zusammengestellt haben. Alle Informationen stammen aus Quellen, welche wir als zuverlässig ansehen. Dies stellt ausdrücklich keine Kaufempfehlung dar. Jede Beschaffungsstrategie muss einzeln betrachtet und auf den Kunden abgestimmt werden. Wir übernehmen keine Haftung für hieraus abgeleitete Eindeckungen und Abschlüsse.