Eine aktuelle Studie an der Universität Erlangen-Nürnberg zum Thema „High electricity price despite expansion in renewables: How market trends shape Germany’s power market in the coming years“ kommt zu interessanten Ergebnissen. Laut den Autoren M. Liebensteiner, A.I.S. Abuzayed und F. Ocker sind die Erwartungen an die künftigen Energiepreise für Investitionsentscheidungen, Marktreformdebatten und die öffentliche Politik von entscheidender Bedeutung. Die jüngste Energiekrise habe jedoch zu einer dramatischen Marktunsicherheit geführt.
Die Studie untersucht die zukünftigen Großhandelspreise für Strom in Deutschland im Kontext der sich entwickelnden Markttrends. Die Ergebnisse zeigen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien einen Abwärtsdruck auf die Preise ausübt und damit Trends wie dem Atomausstieg, einem steigenden Kohlenstoffpreis, der zunehmenden Elektrifizierung und einem hohen Gaspreis entgegenwirkt. Der Studie zufolge ist davon auszugehen, dass der Strompreis in den kommenden Jahren im Vergleich zum Vorkrisenniveau erheblich höher sein wird.
Die Studie nennt zum Beispiel im Basisszenario eine Preisprognose für das Jahr 2025 von 104 Euro/MWh (Konfidenzintervall: 94 – 114 Euro/MWh), was etwa 6,5 Mal höher sei als im Vorkrisenzeitraum (16 Euro/MWh). Die Studienautoren weisen allerdings darauf hin, dass die Preisvorhersage nicht wörtlich genommen werden sollte, sondern als Hinweis auf die Preisentwicklung und ihre Empfindlichkeit gegenüber veränderten Marktbedingungen im Vergleich zu historisch beobachteten Preisen zu verstehen ist.
Der potenzielle Anstieg der Volatilität der Produktion erneuerbarer Energien könne die Volatilität der Strompreise verstärken. Ein hoher und volatiler Strompreis in naher Zukunft könnte Investitionen in erneuerbare Energien und Flexibilitäts-Technologien beflügeln, aber auch mit Herausforderungen für die Verbraucher*innen verbunden sein.